Geschichte

1995
Aus persönlicher Betroffenheit machte sich Ingrid Boegler im Jahr 1995 auf die Suche nach einer Pflegeunterstützung.  Auf der Sozialstation bekam sie gesagt, dass Putzen, Einkaufen und Tagesbetreuung nicht zum Angebot gehören, dass die Sozialstation nur zuständig für die körperliche Pflege ist.

Frau Boegler hörte sich um, was alles so im Bereich häusliche Pflege angeboten wird. So erfuhr sie von dem Modellprojekt Seniorengenossenschaften, welches am 15.10.1990 vom Land Baden-Württemberg ausgeschrieben worden war. Die Modellphase sollte bis 1995 gehen. Gerne hätte auch sie die Gründung einer Seniorengenossenschaft initiieren. Allerdings musste man hier einen finanziellen Beitrag leisten (Anteilscheine erwerben), um Mitglied werden zu können. Deshalb wurde dieser Gedanke wieder verworfen. Aus heutiger Sicht wäre dies doch gut gewesen, denn es hätte zur Identifizierung beigetragen.

Daraus folgte das Ziel, viele Leute zu generationenübergreifendem Bürgerengagement zu gewinnen. Das führte auch dazu, das mehrere Sparten gleichzeitig aufgebaut wurden. Experimente waren erwünscht – z.B. Hobby-Markt, Angehörigenarbeit. Schnell fand Frau Boegler etliche Unterstützer für ihre Idee einen Verein zu gründen, der sich zur Aufgabe machte, den Austausch zwischen den Generationen durch Angebote gegenseitiger Hilfe, Erfahrungsaustausch und Hilfe zur Selbsthilfe bei den Älteren zu leisten. Tausche Leistung gegen Zeit, dokumentiert in Tätigkeitsnachweisen, Menschen eine Plattform zu geben, sich freiwillig innerhalb dieser Gemeinde zu engagieren, den Wohnort und seine Zukunft sozial mitzugestalten.

Am 10. April 2005 kam es zur Gründung des Vereins Bürger helfen Bürgern. Dabei bekam der Verein vom damaligen Bürgermeister Lothar Krüger tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der Verwaltungsarbeit. Im  1. Vorstand waren: Ingrid Boegler als Vorsitzende, 2. Vorstand: Lothar Krüger, Kultur:  Anne Hofmann, Organisation: Christiane Huck, Kassier: Erich Zürn, Schriftführer: Siegfried Sziede. Das Protokoll der Gründungsversammlung schrieb Brigitte Feyh.

Eine Satzung wurde ausgearbeitet.
Gemäß Satzung hat die Gemeinde bei Sitzungen ein Anwesenheitsrecht. Darüber hinaus erhält sie von jeder Sitzung ein Protokoll. Dies gilt bis heute.

Anfangs gab es unverständlicher Weise Widerstand von den Kirchen und den Vereinen.

Vom Finanzamt kam der Einwand, dass Vereine keine Vorsorge machen dürfen, sonst würde die Gemeinnützigkeit nicht anerkannt. Deshalb musste die Satzung  geändert werden: statt „Altersvorsorge“ musste „Altersfürsorge“ darin stehen. Infolge dessen trat die Satzung erst etwas später in Kraft.

Von der Gemeinde gab es damals leider nur die ortsübliche Vereinsförderung. Räumlichkeiten oder eine Schreibkraft wurden nicht unterstützt. Dafür wurden dem Verein von der Volksbank deren ehemalige Räumlichkeiten günstig zur Verfügung gestellt. Vom Sozialministerium wurde eine Starthilfe von 4.000 DM für die Büroausstattung (Büromöbel, PC, Telefon, Fax…) gezahlt.

Als Dachverband wurde die ARBES (Arbeitsgemeinschaft bürgerschaftliches Engagement Seniorengenossenschaften) am 14. Juni 1994 in Heilbronn gegründet.

Wir starteten gleich mit verschiedenen Bereichen: ab Mai 1995 Handwerklicher Dienst, Fahrdienst, ab Juni 1995 die Hausaufgabenbetreuung für Grundschüler, ab Herbst 1995 Frühstückstreff.

Angelika Bochnig organisierte den Mittagstisch so wie er noch bis heute läuft!

Der Schulleiter war begeistert von dem Plan der generationenübergreifenden Hilfe: Hans-Frieder Hubers Vorschlag: Alt –jung: 6. Klässler zur Mithilfe beim Mittagstisch einzusetzen sowie die Hausaufgabenbetreuung einzurichten.

Ingrid Boegler setzte sich weiter vehement für die Einrichtung einer Tagespflege in Schwaikheim ein. Das Überzeugen der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats hinsichtlich dieses Themas, war kein einfaches Unterfangen.

Frau Boegler suchte freiwillige Helfer, organisierte deren Fortbildung und arbeitete einen Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und BhB regeln sollte, aus. Dieser wurde am 20.Dezember 1995 unterschrieben. Einziger Unterstützer war dabei der Altenhilfe-Fachberater des Rems-Murr-Kreises.

Hauptamtliche und Freiwillige, also Profis und Laien, sollten konstruktiv ergänzend und bereichernd zusammenarbeiten. Jeder brachte seine eigenen Kompetenzen ein und die hauptamtlichen Fachkräfte mussten sich darauf einlassen.

1996
Die Tagespflege war ein völlig neues Gebiet. Zu Beginn fing die Tagespflege mit einer Fachkraft an. Die Helfer halfen täglich 2×4 Stunden. Zum Angebot der Tagespflege gehörte ein Fahrdienst, der dem Verein zugeschustert wurde. Für die Tagespflege bekam der Verein von der Gemeinde leider keine Unterstützung. Der Verein übernahm sogar Aufgaben des „Trägers“:  Fortbildungen, Einsatzpläne, Helfertreffen, Abrechnungslisten, Helferwürdigung/-belohnung. Die Einsätze in der Tagespflege waren und sind damals wie heute eine wichtige Einnahmequelle für den Verein.

Die ARBES bot ab 1996 bis 2007 Qualifizierungskurse als Sozialmanagementkurse an, an welchen auch etliche Helfer teilnahmen.

BhB hatte Vorbildfunktion. Aus ganz Baden-Württemberg kamen interessierte Gruppen auf den Verein zu. Es gab Anfragen wegen der Mithilfe in der Tagespflege. Aber auch die anderen Projekten wie z.B. Mittagstisch und Frühstückstreff waren gefragt. Alle  Einsätze wurden selbst organisiert.

1997
Angeboten wurden auch Vorträge, etwa Hirnleistungs- und Gedächtnistraining von Bernd Fischer. Am 2. Juli gab es einen Austausch mit anderen kreisweiten Initiativen im Jakobus-Haus Schwaikheim. Konrad Hummel vom Sozialministerium hielt ein Referat zum Zusammenwirken der Generationen.

Am 1. August fand der Umzug in die Bahnhofstr. 11statt, weil die Volksbank bauen wollte.

Vorträge: 1997/1998: Wohnung altersgerecht umbauen, Infos zur häuslichen Pflege, Inkontinenz, dazu regelmäßige Treffs für pflegende Angehörige (Tagespflege).

1998
Angelika Bochnig brachte als „Inklusions-Projekt „den Rollstuhltanz nach Schwaikheim. Er fand 1-2mal monatlich in der Begegnungsstätte statt. 8-10 Jugendliche nahmen regelmäßig daran teil.

Oktober: Projektentwicklung zum Tagespflege-Einsatz im Rahmen von BETA.

Vom Bundesarbeitsministerium kam die Zusage für eine Sozialarbeiterstelle, finanziert für 3 Jahre um die Zusammenarbeit Helfer – Fachkraft zu schaffen und zu begleiten. Dies wurde leider von der Verwaltung und vom Gemeinderat abgelehnt.

1999
Klaus Waldmann schlug eine Rolli-Tour vor, die im Frühjahr umgesetzt wurden, an welcher sich u.a. auch Kandidaten, Gemeinderäte, der Bürgermeister und Pfarrer Daxer in einen Rollstuhl setzten und sich bemühten, im Ort vorwärts zu kommen. Dies war eine erfolgreiche Aktion. Daraufhin wurden Gehwege abgesenkt und Zugänge – auch in die Kirche – rollstuhlgerecht angepasst.

2000
Die Helfer horteten die angesparte Zeit als Vorsorge für später. Dies wäre ohne die  Gutscheine durch die Gemeinde zum Beispiel für die Tagespflege, Sozialstation und den Kindergarten nicht möglich gewesen. Leider lehnte das Waiblinger Finanzamt diese Möglichkeit – Arbeit gegen Zeit von anderen – als geldwerten Vorteil ab.

Es folgte ein Workshop für die Aktiven:
Würdigung und Wertschätzung – die Punktekonten laufen über
Neue Möglichkeiten entwickeln wie in Zukunft die Freiwilligenarbeit honoriert werden kann.
Über 40 Helfer/innen – Daraus folgten der Walking-Treff und die Gutscheinaktion.

Aktion – Menue 2000 – Die angesammelten Zeitpunkte wurden auf 0 herunter gesetzt. Dafür gab es Gutscheine mit unterschiedlichen Geldbeträgen, die im Jahr 2000 in vielen Geschäften (z.B. Frisör, Bekleidungsgeschäft, Restaurant) in der Gemeinde eingelöst werden konnten. Diese Aktion kam sehr gut an.

Im August kündigte Katrin Dörr ihre Stelle als Leiterin der Tagespflege, weil die Gemeinde nicht mit ihrem Fortbildungswunsch einverstanden war. Frau Dörr war eine sehr fähige Leiterin. Sie mobilisierte und aktivierte die Gäste wie keine andere vorher.

Auch heute besteht noch Bedarf, die Angebote der Sozialstation und Tagespflege zu ergänzen.

2001
Am 17. Januar legte Frau Ingrid Boegler nach 6 Jahren ihren Vorsitz nieder und Frau Brigitte Feyh M.A. wurde zur 1. Vorsitzenden gewählt. Sie war vorher etliche Jahre Schriftführerin im Vorstand.

Im Januar wurde der Verein durch Ministerpräsident Erwin Teufel vom Land Baden-Württemberg im Neuen Schloss in Stuttgart geehrt. Frau Boegler und Frau Feyh gingen zum Empfang. Auch Bürgermeister Häuser kam dazu.

Ingrid Boegler war der Motor, Christiane Huck war das Benzin, Gabi Zaiser hatte tolle Einfälle für die Helferfestprogramme und Ausflüge.

Brigitte Feyh strukturierte die einzelnen Bereiche etwas um. Jede/r Bereichsleiter/in war verantwortlich für den Informationsfluss an die Helfenden. Die Bereichsleitung war bei den Vorstandssitzungen anwesend. Die Beschlüsse, die den eigenen Bereich betrafen, wurden weitergeleitet. Fragen und Probleme, sowie positive Rückmeldungen aus den Bereichen wurden an den Vorstand weitergeleitet. Zudem konnte jeder Bereich selbstständig Fortbildungen durchführen, die vom Verein bezahlt wurden. Dadurch wurde der Vorstand entlastet, die Leitenden der Bereiche gestärkt, deren Eigeninitiative gefördert.

Zudem wurde eine Steuerberatung hinzugezogen. Die Tätigkeitsnachweise wurden nach wie vor geführt. Sie belegen das bürgerschaftliche Engagement, das volkswirtschaftlich dem Bruttosozialprodukt zuzurechnen ist.

2003
Robert Schneider führte das Gehirnjogging fort. Der handwerkliche Dienst wurde schleichend eingestellt. Herr Fleischer reparierte das Spielzeug im Kindergarten.

2004
1. Preis beim Bürgerpreis –
Landrat Johannes Fuchs überreichte Brigitte Feyh anlässlich des Bürgerpreises „Für mich, für uns, für den Rems-Murr-Kreis“ den 1. Preis zum Thema „Jung und Alt“.

2005
Der Stuttgarter Altbürgermeister Manfred Rommel war zu Gast beim Helferfest.

Das Gebäude für Betreutes Wohnen wurde errichtet, aber mit Leben erfüllt wurde es erst durch Gabi Zaiser mit dem Frühstückstreff und dem Bastelangebot.

2007
Brigitte Feyh gab den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen ab. Marie-Luise Gimmler wurde als Vorsitzende gewählt.

Frau Gimmler hatte schon als stellvertretende Vorsitzende einen interkulturellen Dialog eingeführt und Deutschunterricht für türkische Frauen organisiert. Ein jährlicher Märchenabend im Januar ergänzte nun ihr Programm.